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Die Pfarrkirche Hollenthon

-Auszüge vom Beitrag von Pfarrer Mag. Johannes Putzinger CanReg. aus dem Hollenthon-Buch-

Ein bestimmtes Datum für den Anfang des christlichen Lebens in seiner römisch-katholischen Ausprägung können wir nicht nennen. Aus dem 9. Jahrhundert wissen wir jedenfalls, dass die Grenze wischen den Diözesen Passau (nördlich) und Salzburg (südlich) entlang der Linie Spratzbach - Rabnitz - Raab, also unmittelbar durch unser Gebiet , verlief. Ferner scheinen die Klöster St. Peter in Salzburg, Mattsee und Kremsmünster Besitzungen zwischen den beiden Spratzbächen (Spratz- und Thalbach) gehabt zu haben. Wir können vermuten, dass mit der Verwalung dieser Besitzungen auch die christliche Botschaft erstmals zu den damaligen Bewohnern der Gegend gekommen ist.

Betrachten wir die Pfarrkirche Hollenthon, so zeigen baugeschichtliche Untersuchungen, die im Auftrag des Bundesdenkmalamtes anlässlich des geplanten Neubaus der Sakristei durchgeführt wurden, dass sich die Errichtung der Pfarrkirche zwischen 1250 und 1300 vermuten lässt, wobei der älteste Teil, der heutige Altarraum, ursprünglich möglicherweise ein Burg-Turm ("Festes Haus") der Stickelberger war. An diesen wurde dann in westlicher Richtung das Krichenschiff angebaut, welches so wie der Chor (Altarraum) wohl als Wehrbau diente. Wenn man an der äußeren Südwand unserer Pfarrkirche westwärts (in Richtung Gemeindeamt) entlanggeht, so lassen bogenförmige Risse im Verputz etwa in der Mitte, zwischen Kirchturm und Vorsprung des Seitenaltares, noch heute den ursprünglichen Eingang der Kirche - ein Portal im frühgotischen Stil - erahnen, der erst in der Barkockzeit zugemauert worden sein dürfte.

Aus derselben Epoche stammt auch die derzeitige Sakristei, wie auch die Pfarrchronik an mehreren Stellen bestätigt.

In der Zeit der Gotik - wohl zwischen 1450 und 1500 - wurde der Kirche ein Wehrgeschoß aufgesetzt und der Westseite der Kirchturm vorgesetzt, Schießscharten am Dachboden, teilweise auch von außen zu sehen, weisen darauf hin. Dieses Wehrgeschoß bot der Bevölkerung Schutz vor feindlichen Überfällen.

Das Jahr 1740 bringt den Beginn der Arbeiten für die neue Kirche, wobei es sich dabei nicht um einen völligen Neubau, sondern um eine Umgestaltung der bestehenden Kirche in eine barocke gehandelt hat, indem man, um ein Querschiff anzudeuten, die starken Mauern im dritten Joch - im Bereich der heutigen Seitenaltäre - durchbrach und eine dünne Wand vorblendete. Weiters wurde die bis dahin gerade, starke Ostwand des Altarraus flach zu einem 5/8-Schluß abgeschrägt und oben abgerundet, die Kirche in der jetzigen Form eingewölbt und der bis dahin kleine Triumphbogen weit ausgebrochen, ferner auf der Südseite eine "neue" Sakristei angebaut (derzeit als Raum mit Sitzmöglichkeit nicht mehr als Sakristei genutzt) und der Turm um das obere Geschoß erhöht. Die derzeitige Sakristei befindet sich dort, wo auch die ursprüngliche situiert war, ist jedoch als Neubau ausgeführt.

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Mehr Infos finden sich im Hollenthon-Buch, das Sie auf der Gemeinde erwerben können.


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